click here for english version
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die anonyme Meldestelle machtmissbrauch.help.
Allgemeines
Was ist machtmissbrauch.help?
machtmissbrauch.help ist eine anonyme Meldestelle für Machtmissbrauch, die von der KUPF OÖ – Kulturplattform Oberösterreich betrieben wird. Sie richtet sich an Personen, die in teilnehmenden Kulturorganisationen Machtmissbrauch, Diskriminierung, Belästigung oder Mobbing erlebt oder beobachtet haben.
Wer kann die Plattform nutzen?
Die Plattform steht allen Personen offen, die in einer teilnehmenden Kulturorganisation tätig sind – unabhängig davon, ob sie angestellt, auf Honorarbasis beschäftigt oder ehrenamtlich aktiv sind.
Anonymität & Datenschutz
Ist meine Meldung wirklich anonym?
Ja. Das System speichert weder IP-Adressen noch Browser-Fingerprints oder andere Metadaten, die Rückschlüsse auf Ihre Identität zulassen würden. Sie benötigen keine E-Mail-Adresse und müssen sich nicht registrieren.
Kann die KUPF OÖ meine Meldung lesen?
Nein. Die KUPF OÖ stellt lediglich die technische Infrastruktur bereit. KUPF-Mitarbeiter*innen haben technisch keinen Zugriff auf die entschlüsselten Inhalte von Meldungen.
Wer liest meine Meldung?
Ihre Meldung wird ausschließlich von externen, unabhängigen Vertrauenspersonen gelesen. Es ist immer gewährleistet, dass die jeweilige Fallbearbeiter*in unabhängig von allen in den Fall verwickelten Personen ist.
Was passiert mit meinen Daten nach Abschluss des Falles?
Personenbezogene Daten, die für die Fallbearbeitung nicht erforderlich sind, werden nicht erhoben. Nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist werden alle Daten automatisch gelöscht.
Kann ich noch anonymer melden?
Ja. Für maximale Anonymität empfehlen wir die Nutzung des Tor-Browsers. Die Plattform ist auch als Tor Hidden Service erreichbar.
Tor (The Onion Router) ist ein kostenloser, speziell auf Anonymität ausgelegter Browser. Er leitet Ihre Internetverbindung über mehrere verschlüsselte Zwischenstationen weltweit, sodass weder die Plattform noch Ihr Internetanbieter erkennen kann, wer Sie sind oder von wo Sie die Seite aufrufen. Der Tor-Browser kann kostenlos und ohne Registrierung unter torproject.org für Windows, macOS, Linux und Android heruntergeladen werden.
machtmissbrauch.help ist als sogenannter Tor Hidden Service erreichbar – das bedeutet, dass die Verbindung vollständig innerhalb des Tor-Netzwerks bleibt und nicht einmal der Standort des Servers zurückverfolgt werden kann. Die Adresse des Hidden Service finden Sie direkt auf der Startseite der Plattform.
Ablauf einer Meldung
Wie gebe ich eine Meldung ab?
Rufen Sie die Plattform auf, wählen Sie die betroffene Organisation aus und schildern Sie den Sachverhalt. Sie können auch Dateianhänge beifügen – diese werden automatisch von Metadaten bereinigt.
Digitale Dateien enthalten oft unsichtbare Zusatzinformationen, sogenannte Metadaten, die Rückschlüsse auf Ihre Identität ermöglichen könnten. Ein Foto, das Sie mit dem Smartphone aufgenommen haben, speichert beispielsweise automatisch den genauen GPS-Standort, Datum und Uhrzeit der Aufnahme sowie das Gerätemodell. Ein Word-Dokument kann den Namen der Autorin oder des Autors, den Computernamen oder den Bearbeitungsverlauf enthalten. Die Plattform entfernt diese Metadaten automatisch, bevor die Datei gespeichert wird. Sie müssen dafür nichts selbst unternehmen.
Was ist der Zugangscode (Receipt)?
Nach Abgabe Ihrer Meldung erhalten Sie einen 16-stelligen Zugangscode. Bewahren Sie diesen sorgfältig auf – nur damit können Sie später den Status Ihrer Meldung abrufen, Rückfragen der/des Fallbearbeiter*in beantworten oder weitere Informationen nachreichen. Es muss keine Kontaktadresse angegeben werden, dies ist jedoch freiwillig möglich.
Wie lange dauert es, bis ich eine Rückmeldung erhalte?
Sie erhalten innerhalb von 7 Tagen eine Eingangsbestätigung in Ihrem anonymen Postkasten. Über ergriffene Maßnahmen werden Sie innerhalb von 3 Monaten informiert.
Was passiert mit meiner Meldung?
Die zugewiesene Fallbearbeiter*in überprüft alle Meldungen und entscheidet individuell über die jeweiligen nächsten Schritte. Alle teilnehmenden Organisationen müssen im Zuge der Erstellung eines Machtmissbrauchs-Präventionskonzepts eine Compliance Stelle einrichten, die von der Fallbearbeiter*in kontaktiert werden kann, um konkrete Maßnahmen vorzuschlagen.
Die Verantwortung für die Aufklärung von Vorfällen sowie für die Prüfung, Entscheidung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen liegt bei der jeweiligen Organisation. Die Meldestelle nimmt Hinweise entgegen, prüft diese im Rahmen ihres Auftrags und schlägt Maßnahmen vor. Sie übernimmt jedoch nicht die operative oder rechtliche Verantwortung für die Behebung von Missständen.
Die Fallbearbeiter*innen sind zur absoluten Verschwiegenheit in Bezug auf die Identität der Hinweisgeber*innen verpflichtet. Diese Verpflichtung kann nur durch die Hinweisgeber*innen selbst aufgehoben werden.
Die Fallbearbeiter*innen sind ausgebildete Coaches mit langjähriger Erfahrung in der Organisationsberatung und Aufarbeitung von Missbrauchsvorfällen.
Was passiert, wenn die Vertrauensperson befangen ist?
Die Vertrauensperson prüft zu Beginn mögliche persönliche oder berufliche Interessenskonflikte. Bei Befangenheit wird der Fall automatisch an eine zweite, unabhängige Person aus dem Fallbearbeiter*innen-Pool übergeben.
Was passiert mit einer Meldung, die nicht relevant ist?
Wenn eine Meldung nach Prüfung als nicht relevant oder als Spam eingestuft wird, wird der Fall abgebrochen und alle Daten werden gelöscht.
Teilnehmende Organisationen
Welche Organisationen nehmen an der Meldestelle teil?
Eine aktuelle Liste der teilnehmenden Kulturorganisationen sowie die Themen, zu denen jeweils Meldungen abgegeben werden können, sind auf der Plattform einsehbar.
Zu welchen Themen kann ich eine Meldung abgeben?
Das hängt von der jeweiligen Organisation ab. Typische Themen sind Machtmissbrauch, Diskriminierung, Belästigung und Mobbing. Die für Ihre Organisation geltenden Themen werden bei der Auswahl angezeigt.
Technisches
Welche Software wird verwendet?
Die Plattform basiert auf GlobaLeaks, einer Open-Source-Software, die weltweit von NGOs und Behörden für sicheres Whistleblowing eingesetzt und von Transparency International empfohlen wird.
Wo werden die Daten gespeichert?
Alle Daten werden auf DSGVO-konformen Servern innerhalb der Europäischen Union gespeichert.
Brauche ich eine spezielle Software?
Nein. Die Plattform ist über jeden aktuellen Webbrowser erreichbar, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Für maximale Anonymität empfehlen wir den Tor-Browser.
